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KPI-basiertes Management für Multilevel-Unternehmen (Teil 5)

Wechselwirkung zwischen den KPIs

Während des Aufbaus einer Karte aus werttreibenden Indikatoren für konkrete Unternehmens- und Zuständigkeitsbereiche findet gleichzeitig ein Definitionsprozess von Wechselwirkungen zwischen den KPIs statt. Solche Wechselwirkungen können in zwei Gruppen eingeteilt weden:  eindeutige (solche, die kalkulierbar sind) und nicht eindeutige (versteckte). Eindeutige (quantitativ messbare) Wechselwirkungen können es ermöglichen, höher eingestufte Indikatoren auf Grundlage von KPI-Werten aus niedrigeren Bereichen berechnen. Nicht eindeutige (versteckte) Indikatoren verdeutlichen Wechselwirkungen zwischen solchen KPIs, die zu unterschiedlichen Kategorien bzw. Unterkategorien gehören. Um eine konzeptionelle Karte zu erstellen, benötigt man eine bestimmte Menge von KPIs, die zum einen entsprechend der Anzahl der Hierarchieebenen entsprechen und zum anderen auf circa 15 bis 20 pro Ebene eingegrenzt sind. Für Unternehmen mit einer umfassenden Hierarchie ist dies zwingend notwendig. Hierdurch soll verhindert werden, dass die KPIs sich untereinander vermischen und einander widersprechende Informationen liefern. Dieses Prinzip der Eingrenzung von KPIs basiert auf dem Konzept, dass “ein notwendiges Minimum das Erreichen von Zielen am besten wiedergibt”. Dieses beruht auf Ergebnissen aus Praxisberichten von Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Standorte. Dies ist gewiss keine zwingende Regel. Jedoch sollte die Vorgehensweise seitens der Unternehmensführung nachvollzogen werden, um zu vermeiden, dass die Karte von KPIs durch eine hohe Anzahl von Maßen überlastet wird.

Die Entwicklung von Wechselwirkungen zwischen den Indikatoren baut die eigentliche Systemstruktur auf und bildet ein Gleichgewicht zwischen den Scorecards auf. Während die Suche nach und Definierung von Wechselwirkungen stattfindet, werden nicht nur strategische Bedingungen bzw. Hypothesen bezüglich der Art und Weise, wie sich die Entwicklung der Performance-Werte eines Indikators auf dieselben eines anderen Indikators auswirkt, erschlossen, sondern auch relativ überflüssige Indikatoren können definiert und beseitigt werden. In den meisten Fällen besitzt jede aufgestellte Hypothese eine bis ins Detail geregelte Beschaffenheit, d.h. sie präsentiert eine bestimmte stabile Annahme, welche meist ein strategisches Unterziel darstellt (zum Beispiel: «Erreichen des anvisierten Marktanteils und eines anhaltenden Wachstums”).

Das Vorhandensein von solchen Hypothesen bzw. Annahmen bezüglich der Wechselwirkung zwischen strategischen Zielen kann anhand folgender Punkte verdeutlicht werden:

  • Indiz für einen logischen Zusammenhang zwischen den Indikatoren;
  • Eine Funktion für die Beziehung zwischen Indikatoren existiert und kann in Form einer mathematischen Formel wiedergegeben werden;
  • Es besteht eine Korrelation zwischen den Indikatoren und kann durch einen Korrelationskoeffizienten nachgewiesen werden, der aus den Ergebnissen einer eingehenden Analyse und Recherche hervorgeht (diese Ergebnisse erhöhen deutlich die Wahrscheinlichkeit für eine bestehende Wechselwirkung).

Das Bringen der Scorecards ins Gleichgewicht bildet den letzten Schritt beim Erstellen einer KPI-Karte. Wurden die Entwicklungsrichtungen hinsichtlich des strategischen Managements der KPI-Werte festgelegt, bedarf es stabiler Wechselwirkungen zwischen den Indikatoren, um diese auf operativer Ebene zu verifizieren und genauere Hypothesen zu den Ursache-Wirkung-Beziehungen aufzustellen.

Aufbau des Artikels

  • Teil 1: Dieser Abschnitt stellt Hauptaussagen über das KPI-basierte Management zusammen. Der Begriff KPI wird hier definiert;
  • Teil 2: Methodik des BSC Managements;
  • Teil 3: Konzept der Früh- und Spätindikatoren als Teil des KPI-basierten Managements;
  • Teil 4: Dieser Abschnitt erläutert Hauptkriterien für KPIs, anhand welcher sie in die Strategiekarte hinzugefügt werden;
  • Teil 5: Wechselwirkung zwischen den KPIs;
  • Teil 6: Einführende Beschreibung der Kaskadierung: Einteilung der Indikatoren anhand ihrer Relevanz;
  • Teil 7: Abschließende Beschreibung der Kaskadierung: Indikative und Imperative KPIs
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