KPI-basiertes Management für Multilevel-Unternehmen (Teil 2)
Methodik des BSC Managements
Das Balanced Scorecard Konzept stellt eine der bedeutendsten konzeptionellen Lösungen des strategischen Managements mit Hilfe von Indikatoren dar und ist in Unternehmen weltweit sehr verbreitet. Das Konzept schlägt vor, alle Key Performance Indikatoren nach ihren strategischen Zielrichtungen, nach Aktivität, nach Messeinheit zu sortieren. Diese Richtungen werden in der Balanced Scorecard Methodik als “Perspektiven” bezeichnet (lesen Sie mehr dazu im Artikel: “Was ist das Balanced Scorecard Konzept”). Laut diesem Konzept gibt es vier Perspektiven: Finanz-, Kunden-, Prozess- sowie die Lern- und Innovationsperspektive (lesen Sie mehr zu jeder einzelnen Perspektive im Artikel: “Was ist das Balanced Scorecard Konzept: Vier Perspektiven”). Alle KPIs werden Teil einer der vier Perspektiven. Die Finanzperspektive beinhaltet meist KPIs, welche Kennzaheln für die Unternehmenskosten, Gewinne, Liquidität und Solvenz bieten, wie zum Beispiel: Cash Flow, ROI usw. Die Kundenperspektive beinhaltet KPIs, welche die Kundenzufriedenheit und die Effizienz von Marketing-Maßnahmen bewerten, wie zum Beispiel: “Neu erworbene Kunden”, “Anzahl Beschwerden”, “Verlust von Kunden” und andere. Die Lern- und Innovationsperspektive beinhaltet KPIs, welche technische Innovationen, Findungs- und Implementierungs- sowie Entwicklungs- und Schulungsprojekte bewerten, wie zum Beispiel: Anzahl von innerhalb einer Zeitperiode entwickelten Ideen, Anzahl von bereits eingeführten Ideen, % von für Forschung & Entwicklung verwendeten Ideen und Vorschläge, usw. Die Prozessperspektive beinhaltet KPIs, welche die Effizienz von bestehenden technologischen und administrativen Aktivitäten innerhalb des Unternehmens bewerten, auch Geschäftsprozesse genannt, wie zum Beispiel: Administrative Aufwendungen (Gesamtumsätze, %), Administrative Aufwendungen (Kunden, $), Bearbeitungszeit, Produktentwicklung, Tage zwischen Bestellung und Lieferung, usw.
Es existiert keine Sammlung von für alles passenden Indikatoren, denn jedes Unternehmen muss eigene KPIs erstellen. Die wichtigsten Einflussfaktoren auf KPIs sind folgende:
- Wirtschaftssektor;
- Richtung der Geschäftsentwicklung;
- Unternehmensstruktur;
- Ausprägung von Verbundenheit des Unternehmens mit makroökonomischem und operativem Umfeld;
- Bedürfnisse und Erwartungen von Führungskräften an die Implementierung und Arbeitsweise der BSC.
Im Gegensatz zu den KPIs werden die Perspektiven universell angewandt (gemäß dem ursprünglichen Konzept von Kaplan und Norton). In der Praxis könnten die vier Perspektiven tatsächlich in jedes Unternehmen reinpassen, sollten jedoch nicht eingegrenzt werden. Eine von den Ideen der Konzeptgründer lag darin, die Augen der Manager auf solche nicht materiellen Unternehmenstätigkeiten wie Innovation oder Prozessoptimierung zu öffnen. Aus diesem Grund liegt die Entscheidungsmacht bei der Unternehmensführung, für die Organisation bedeutende Perspektiven auszuwählen. Dies könnte zum Beispiel die Ökologische Perspektive oder die Public Relations Perspektive sein. Zunächst werden die Perspektiven definiert (meist zwischen 4 und 8), danach beginnt der Prozess der Erstellung, Formulierung, Auswahl und Begründung von KPIs für jede der Perspektiven. Anschließend müssen alle Perspektiven und KPIs aus dem operativen Plan mit den strategischen Zielen, die damit erreicht werden sollten, verknüpft werden.
Aufbau des Artikels
- Teil 1: Dieser Abschnitt stellt Hauptaussagen über das KPI-basierte Management zusammen. Der Begriff KPI wird hier definiert;
- Teil 2: Methodik des BSC Managements;
- Teil 3: Konzept der Früh- und Spätindikatoren als Teil des KPI-basierten Managements;
- Teil 4: Dieser Abschnitt erläutert Hauptkriterien für KPIs, anhand welcher sie in die Strategiekarte hinzugefügt werden;
- Teil 5: Wechselwirkung zwischen den KPIs;
- Teil 6: Einführende Beschreibung der Kaskadierung: Einteilung der Indikatoren anhand ihrer Relevanz;
- Teil 7: Abschließende Beschreibung der Kaskadierung: Indikative und Imperative KPIs.