10 Fragen an den Balanced Scorecard Experten
Prof. Dr. Dirk Fischer, Beratung für Unternehmensführung und Unternehmensentwicklung
1. Bitte fassen Sie in einigen Worten Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen über die Balanced Scorecard zusammen.
Ein sehr gutes Managementinstrument. Es ermöglicht einem Unternehmen, die Strategie zu kommunizieren und in operative Maßnahmen herunterzubrechen. Im Mittelpunkt steht die Beschäftigung mit den Erfolgsfaktoren des Unternehmens, deren Messung und (als Wichtigstes) dem Definieren und Verfolgen von Maßnahmen zur Sicherstellung der Zielerreichung.
2. Es ist bekannt, dass mehr als 50% der Fortune-Unternehmen eine Balanced Scorecard nutzen. Sind Sie der Meinung, dass dieses Konzept nur für große Unternehmen geeignet ist?
Nein, ganz und gar nicht. Balanced Scorecards sind auch für mittelständische Unternehmen als Management-Instrument sehr gut geeignet. Ebenso empfehlenswert sind sie für einzelne Unternehmensbereiche. So haben wir bspw. eine Scorecard für den Finanzbereich eines Unternehmens entwickelt und eingeführt.
3. Welche weiteren Konzepte zur Messung der Performance in Organisationen können Sie neben dem bereits weit verbreiteten BSC Konzept den Unternehmen empfehlen?
Eine Balanced Scorecard sollte das zentrale Steuerungsinstrument eines Unternehmens sein. Das bedeutet auch, andere Instrumente (Deckungsbeitragsrechnung, Prozesskostenrechnung) auf die BSC abzustimmen oder sie in die BSC zu integrieren.
4. Bitte äußern Sie Ihre Meinung dazu, was beachtet werden sollte, um eine erfolgreiche Implementierung der BSC durchzuführen?
Klares Bekenntnis der Unternehmensleitung zu einer BSC. Die BSC wird das zentrale Steuerungsinstrument des Unternehmens. Keep it simple – und Less is more: Nicht den Anspruch zu erheben, plötzlich alles messen zu wollen.
Jährliches Review der BSC: messen wir noch das Richtige? Fehlt etwas? Können wir etwas weglassen?
5. Die BSC ist ein Konzept zur Messung der Performance in Unternehmen, doch sollte dieses lediglich der Vorstand und der CEO zu Nutze ziehen? Oder sollte das Konzept unternehmensweit angewandt werden? Sollte eine BSC in allen Unternehmensbereichen eingeführt werden oder zum Beispiel nur im HR-Bereich?
Es sollte vom gesamten Unternehmen genutzt werden. Dazu ist es notwendig, die BCS auf die jeweilige Führungsebene abzustimmen. Kann also heißen: eine BSC für die Unternehmensleitung, eine daraus abgeleitete für die einzelnen Unternehmensbereiche.
Es ist aber auch möglich, BSCs schrittweise im Unternehmen einzuführen. Man kann sowohl mit der „obersten“ BSC (also der für die Unternehmensleitung), als auch einer BSC für einen Bereich beginnen. Letzteres ist manchmal sogar günstiger, um Erfahrungen mit der Umsetzung zu erlangen und die Akzeptanz im Unternehmen zu testen.
6. Sehen Sie neben bestimmten Vorteilen aus der BSC auch eventuelle Eingrenzungen bzw. Probleme? Beispielsweise bestimmte Bereiche, wo die BSC nicht richtig arbeitet bzw. nicht effizient ist.
Schwierig wird es immer, wenn es darum geht, „softe“ Faktoren zu messen. Daher stehen in vielen Skill-Dimensionen mehr Alibi-Erfolgsfaktoren und Kennzahlen. Hier hat auch eine BSC ihre Grenzen.
Eine BSC ist ein Hilfsmittel – sie alleine macht noch kein perfektes Unternehmen.
7. Über das BSC Konzept wird viel diskutiert. Sind Sie der Meinung, dass die meisten Unternehmen die Wichtigkeit der BSC-Entwicklung nachvollziehen? Sind sie gern bereit, in BSC zu investieren? Ist es schwer, die Entscheidungsträger von der Notwendigkeit zur Nutzung von BSC zu überzeugen?
Die meisten Entscheidungsträger sehen die Möglichkeit ein, dass sie mittels einer BSC eine ganzheitliche, zielorientierte Steuerung des Unternehmens erreichen können. Schwierigkeiten sehe ich eher in der konsequenten Anwendung einer BSC und ihrer systematischen Weiterentwicklung, wenn sie einmal in Betrieb ist.
8. Eine praktische Implementierung ist stets genauso wichtig wie die Theorie. Es gibt zahlreiche Wege zur Implementierung von BSC – von einfachen Excel-Dateien bis zur Software, webbasiertem Service und einer vollen Integration innerhalb des Unternehmenssystems. Was ist Ihrer Meinung nach die beste Strategie der Implementierung im Hinblick auf Qualität/Preis? Welche Arten von Tools würden Sie für die Implementierung nutzen?
Die Einführung ist keine Tool-Frage, sonder eher eine Frage der Methodik. Wir nehmen uns ca. 3 Monate Zeit für die Konzeption. Wichtig ist es, die Entscheidungs- und Know-how-Träger fallweise einzubeziehen und die Akzeptanz der Nichtbeteiligten sicherzustellen. Wir entwickeln die BSC in mehreren ein- bis zweitägigen Workshops, zwischen denen wir eine ein- bis zweiwöchige Pause einplanen, um die Ergebnisse „sacken zu lassen“. Eine Beschreibung des Vorgehens finden Sie in meiner Veröffentlichung Dirk Fischer: Controlling im Vahlen-Verlag.
9. Es gibt genug Unternehmen, die BSC bereits anwenden – wir lesen über sie in Wirtschaftsmagazinen, wir lesen ihre Fallstudien und Erfolgsgeschichten. Welchen Ratschlag würden Sie Unternehmen geben, die gerade darüber nachdenken, das Balanced Scorecard Konzept einzuführen?
Einfach machen. Aber verschwenden Sie nicht Unmengen an Geld für externe Berater (die brauchen Sie sicher), sondern besinnen Sie sich auf Ihr eigenes fachliches Know-how.
10. Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich bin mir sicher, dass unsere Leser mehr über Ihr Unternehmen und Ihre Dienste erfahren möchten. Falls dies möglich ist, erzählen Sie uns bitte hier etwas ausführlicher über Ihre Erfahrungen mit der Balanced Scorecard.
Grundsätzlich sehr gut. Eine Einführung ist kein Teufelswerk, alleine die Beschäftigung mit dem Thema zwingt das Unternehmen dazu, sich mit den Fragen „Wo wollen wir eigentlich hin?“, „Was sind unsere Stärken?“, „Wo müssen wir besser werden?“ zu beschäftigen.
- Bitte fassen Sie in einigen Worten Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen über die Balanced Scorecard zusammen.
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Ein sehr gutes Managementinstrument. Es ermöglicht einem Unternehmen, die Strategie zu kommunizieren und in operative Maßnahmen herunterzubrechen. Im Mittelpunkt steht die Beschäftigung mit den Erfolgsfaktoren des Unternehmens, deren Messung und (als Wichtigstes) dem Definieren und Verfolgen von Maßnahmen zur Sicherstellung der Zielerreichung.
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- Es ist bekannt, dass mehr als 50% der Fortune-Unternehmen eine Balanced Scorecard nutzen. Sind Sie der Meinung, dass dieses Konzept nur für große Unternehmen geeignet ist?
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Nein, ganz und gar nicht. Balanced Scorecards sind auch für mittelständische Unternehmen als Management-Instrument sehr gut geeignet. Ebenso empfehlenswert sind sie für einzelne Unternehmensbereiche. So haben wir bspw. eine Scorecard für den Finanzbereich eines Unternehmens entwickelt und eingeführt.
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Eine Balanced Scorecard sollte das zentrale Steuerungsinstrument eines Unternehmens sein. Das bedeutet auch, andere Instrumente (Deckungsbeitragsrechnung, Prozesskostenrechnung) auf die BSC abzustimmen oder sie in die BSC zu integrieren.
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- Bitte äußern Sie Ihre Meinung dazu, was beachtet werden sollte, um eine erfolgreiche Implementierung der BSC durchzuführen?
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Klares Bekenntnis der Unternehmensleitung zu einer BSC.
Die BSC wird das zentrale Steuerungsinstrument des Unternehmens.
Keep it simple – und Less is more: Nicht den Anspruch zu erheben, plötzlich alles messen zu wollen.
Jährliches Review der BSC: messen wir noch das Richtige? Fehlt etwas? Können wir etwas weglassen?
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- Die BSC ist ein Konzept zur Messung der Performance in Unternehmen, doch sollte dieses lediglich der Vorstand und der CEO zu Nutze ziehen? Oder sollte das Konzept unternehmensweit angewandt werden? Sollte eine BSC in allen Unternehmensbereichen eingeführt werden oder zum Beispiel nur im HR-Bereich?
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Es sollte vom gesamten Unternehmen genutzt werden. Dazu ist es notwendig, die BCS auf die jeweilige Führungsebene abzustimmen. Kann also heißen: eine BSC für die Unternehmensleitung, eine daraus abgeleitete für die einzelnen Unternehmensbereiche.
Es ist aber auch möglich, BSCs schrittweise im Unternehmen einzuführen. Man kann sowohl mit der „obersten“ BSC (also der für die Unternehmensleitung), als auch einer BSC für einen Bereich beginnen. Letzteres ist manchmal sogar günstiger, um Erfahrungen mit der Umsetzung zu erlangen und die Akzeptanz im Unternehmen zu testen.
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- Sehen Sie neben bestimmten Vorteilen aus der BSC auch eventuelle Eingrenzungen bzw. Probleme? Beispielsweise bestimmte Bereiche, wo die BSC nicht richtig arbeitet bzw. nicht effizient ist.
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Schwierig wird es immer, wenn es darum geht, „softe“ Faktoren zu messen. Daher stehen in vielen Skill-Dimensionen mehr Alibi-Erfolgsfaktoren und Kennzahlen. Hier hat auch eine BSC ihre Grenzen.
Eine BSC ist ein Hilfsmittel – sie alleine macht noch kein perfektes Unternehmen.
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- Über das BSC Konzept wird viel diskutiert. Sind Sie der Meinung, dass die meisten Unternehmen die Wichtigkeit der BSC-Entwicklung nachvollziehen? Sind sie gern bereit, in BSC zu investieren? Ist es schwer, die Entscheidungsträger von der Notwendigkeit zur Nutzung von BSC zu überzeugen?
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Die meisten Entscheidungsträger sehen die Möglichkeit ein, dass sie mittels einer BSC eine ganzheitliche, zielorientierte Steuerung des Unternehmens erreichen können.
Schwierigkeiten sehe ich eher in der konsequenten Anwendung einer BSC und ihrer systematischen Weiterentwicklung, wenn sie einmal in Betrieb ist.
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- Eine praktische Implementierung ist stets genauso wichtig wie die Theorie. Es gibt zahlreiche Wege zur Implementierung von BSC – von einfachen Excel-Dateien bis zur Software, webbasiertem Service und einer vollen Integration innerhalb des Unternehmenssystems. Was ist Ihrer Meinung nach die beste Strategie der Implementierung im Hinblick auf Qualität/Preis? Welche Arten von Tools würden Sie für die Implementierung nutzen?
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Die Einführung ist keine Tool-Frage, sonder eher eine Frage der Methodik. Wir nehmen uns ca. 3 Monate Zeit für die Konzeption. Wichtig ist es, die Entscheidungs- und Know-how-Träger fallweise einzubeziehen und die Akzeptanz der Nichtbeteiligten sicherzustellen. Wir entwickeln die BSC in mehreren ein- bis zweitägigen Workshops, zwischen denen wir eine ein- bis zweiwöchige Pause einplanen, um die Ergebnisse „sacken zu lassen“. Eine Beschreibung des Vorgehens finden Sie in meiner Veröffentlichung Dirk Fischer: Controlling im Vahlen-Verlag.
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- Es gibt genug Unternehmen, die BSC bereits anwenden – wir lesen über sie in Wirtschaftsmagazinen, wir lesen ihre Fallstudien und Erfolgsgeschichten. Welchen Ratschlag würden Sie Unternehmen geben, die gerade darüber nachdenken, das Balanced Scorecard Konzept einzuführen?
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Einfach machen. Aber verschwenden Sie nicht Unmengen an Geld für externe Berater (die brauchen Sie sicher), sondern besinnen Sie sich auf Ihr eigenes fachliches Know-how.
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- Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich bin mir sicher, dass unsere Leser mehr über Ihr Unternehmen und Ihre Dienste erfahren möchten. Falls dies möglich ist, erzählen Sie uns bitte hier etwas ausführlicher über Ihre Erfahrungen mit der Balanced Scorecard.
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Grundsätzlich sehr gut. Eine Einführung ist kein Teufelswerk, alleine die Beschäftigung mit dem Thema zwingt das Unternehmen dazu, sich mit den Fragen „Wo wollen wir eigentlich hin?“, „Was sind unsere Stärken?“, „Wo müssen wir besser werden?“ zu beschäftigen.
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